Gefälschte Airdrops: Wie Betrüger mit Gratis-Tokens Wallets leeren
Ein gefälschter Airdrop lockt mit Gratis-Tokens und verleitet dich dann dazu, eine Genehmigung zu signieren, die deine Wallet leert. Erfahre die Warnsignale und wie du dich schützt.
Bei einem gefälschten Airdrop werden dir kostenlose Tokens angeboten, und dann wirst du dazu verleitet, deine Wallet mit einer bösartigen Website zu verbinden und eine Transaktion oder Nachricht zu signieren, die dem Betrüger erlaubt, deine echten Vermögenswerte zu bewegen. Die „kostenlosen“ Tokens sind der Köder; der Diebstahl passiert, wenn du etwas genehmigst, das du nicht verstanden hast.
Echte Airdrops gibt es. Projekte verteilen manchmal Tokens an frühe Nutzer, und genau deshalb funktioniert die Masche: Viele haben von wertvollen Airdrops gehört und sind darauf eingestellt, schnell zuzugreifen. Dieser Leitfaden zeigt, wie gefälschte Airdrops ablaufen, welche Warnsignale es gibt und was du tun solltest, wenn du bereits mit einem interagiert hast.
So funktioniert ein gefälschter Airdrop
Die meisten gefälschten Airdrops folgen einem von wenigen Mustern. Wenn du tiefer einsteigen willst, lies Copy-Trading-Betrug.
Muster 1: Köder-Tokens in deiner Wallet
Betrüger schicken kleine Mengen eines wertlosen Tokens an viele Adressen. Name oder Symbol des Tokens enthalten oft eine Website, etwa „Besuche claim-site zum Einlösen“. Wenn du in deine Wallet schaust, siehst du ein Guthaben, das scheinbar Geld wert ist. Der Tausch schlägt fehl, also besuchst du die Seite, um es „abzuholen“ oder „freizuschalten“. Diese Seite ist ein Wallet Drainer. Weiterführend: Betrug auf Discord.
Muster 2: Gefälschte Ankündigungen in sozialen Medien
Betrüger erstellen Konten, die wie ein offizielles Projekt aussehen, oder antworten unter echten Beiträgen und kündigen einen Überraschungs-Airdrop mit Link an. Manche bezahlen für Suchanzeigen, damit die gefälschte Seite über der echten erscheint. Mehr dazu in Krypto-Betrug auf Telegram. Unser Artikel Krypto-Betrug auf WhatsApp vertieft diesen Punkt.
Muster 3: Gefälschte Claim-Seiten für echte Airdrops
Sobald ein echter Airdrop angekündigt wird, tauchen innerhalb weniger Stunden nachgeahmte Claim-Seiten auf. Sie sehen genauso aus wie die echte Seite, unterscheiden sich aber im Domainnamen. Siehe auch: Krypto-Betrug auf Instagram und TikTok.
Was die bösartige Seite von dir verlangt
Sobald deine Wallet verbunden ist, fordert die Seite dich auf, etwas zu signieren:
| Anfrage | Was sie tatsächlich bewirkt |
|---|---|
| Token-Genehmigung („approve“ oder „increase allowance“) | Erlaubt einem Contract, deine Tokens auszugeben, oft in unbegrenzter Höhe |
| Permit-Signatur | Eine Off-Chain-Signatur, die dieselben Ausgaberechte ohne sichtbare Transaktion gewährt |
| NFT „set approval for all“ | Erlaubt einem Operator, jedes NFT einer Kollektion zu bewegen, das dir gehört |
| Direkte Überweisung, getarnt als „Claim“ | Schickt deine Vermögenswerte direkt an den Betrüger |
| „Verifizierung“ der Seed-Phrase | Gibt die volle Kontrolle über deine Wallet ab |
Unsere Leitfäden zu Wallet Drainern und zu Ice Phishing und Permit-Signaturen erklären diese Mechanismen ausführlicher.
Warnsignale für einen gefälschten Airdrop
- Ein Token, den du nie angefordert hast, zeigt ein hohes Guthaben oder eine Website im Namen.
- Zeitdruck: „Innerhalb von 24 Stunden abholen“ oder „nur noch 500 Plätze frei“.
- Ein Link in einer Antwort, DM, Discord-Nachricht oder Anzeige statt auf der offiziellen Website des Projekts.
- Eine leicht abweichende Domain: zusätzliche Buchstaben, Bindestriche, eine andere Endung oder ein ähnlich aussehendes Zeichen.
- Anfragen nach deiner Seed-Phrase oder deinem privaten Schlüssel, getarnt als „Validierung“ oder „Synchronisierung“ der Wallet.
- Eine Gebühr für den Empfang von Tokens, etwa Gas oder eine Einzahlung, bevor du sie abholen kannst.
- Signaturen, die du nicht lesen kannst, oder eine Warnung deiner Wallet, dass die Seite verdächtig ist.
- „Berechtigt“ ohne Grund: Du hast das Protokoll nie genutzt, sollst dich aber qualifiziert haben.
So prüfst du, ob ein Airdrop echt ist
- 1Finde die offizielle Website des Projekts selbstständig. Nutze eine vertrauenswürdige Quelle wie die Coin-Seite eines Marktdatenanbieters und setze dann ein Lesezeichen. Unser Leitfaden, wie du prüfst, ob eine Website die offizielle Projektseite ist, erklärt die Prüfschritte.
- 2Bestätige die Ankündigung über offizielle Kanäle. Ein echter Airdrop wird meist gleichzeitig auf der Hauptwebsite und über verifizierte Konten angekündigt.
- 3Gleiche die Contract-Adresse des Tokens mit der offiziellen Adresse ab, bevor du handelst oder etwas abholst.
- 4Lies jede Signaturanfrage. Wenn deine Wallet beim Abholen „approve“, „permit“ oder „set approval for all“ anzeigt, brich ab. Das Abholen von Tokens sollte nicht erfordern, dass du Ausgaberechte über andere Vermögenswerte abgibst.
- 5Nutze eine separate Wallet zum Abholen. Eine „Burner“-Wallet mit wenig oder keinem Wert begrenzt, was eine bösartige Seite mitnehmen kann.
Was tun, wenn du mit einem gefälschten Airdrop interagiert hast
Schnelligkeit zählt, denn Drainer schlagen oft innerhalb von Minuten zu.
- 1Trenne die Verbindung der Seite zu deiner Wallet.
- 2Widerrufe Genehmigungen mit einem seriösen Checker für Token-Genehmigungen. Unser Leitfaden zum Widerrufen von Token-Genehmigungen führt dich durch die Schritte.
- 3Wenn du deine Seed-Phrase eingegeben hast oder nicht sicher bist, was du signiert hast, erstelle eine neue Wallet mit einer neuen Seed-Phrase und verschiebe alles, was übrig ist.
- 4Vorsicht vor „Wiederherstellungs“-Angeboten. Wer dich kontaktiert und verspricht, gestohlene Gelder zurückzuholen, betreibt fast immer einen zweiten Betrug.
- 5Melde den Betrug der Plattform, auf der du den Link gefunden hast, und den zuständigen Behörden. Gefälschte Tokens und Seiten kannst du uns auch über unser Formular für Betrugsmeldungen melden.
So bleibt deine Wallet langfristig sicher
- Blende unbekannte Tokens in deiner Wallet-App aus, statt ihnen nachzugehen.
- Bewahre den Großteil deines Guthabens in einer Wallet auf, die du nie mit neuen Seiten verbindest, idealerweise einer Hardware-Wallet.
- Überprüfe regelmäßig verbundene Seiten und Genehmigungen.
- Betrachte „geschenktes Geld“ als Grund für mehr Vorsicht, nicht für weniger.
- Halte deine Wallet-App und deinen Browser aktuell, denn viele Wallets warnen inzwischen vor bekannten bösartigen Seiten.
- Lerne, wie echte Airdrops aussehen. Unser Erklärartikel zu Krypto-Airdrops beschreibt, wie seriöse Verteilungen normalerweise ablaufen, sodass Fälschungen leichter auffallen.
Fazit
Gefälschte Airdrops nutzen die Begeisterung für Gratis-Tokens aus, um dir eine einzige Signatur zu entlocken. Ignoriere Tokens, die du nicht erwartet hast, rufe Claim-Seiten nur über offizielle Kanäle auf, die du selbst überprüft hast, gib niemals deine Seed-Phrase preis und lehne jede Genehmigung ab, die ein einfacher Claim nicht brauchen sollte. Wenn dir ein Fehler unterlaufen ist, widerrufe die Genehmigungen und verschiebe dein Guthaben sofort.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein unbekannter Token in meiner Wallet meine Kryptowerte stehlen?
Allein der Empfang eines Tokens verschafft niemandem Zugriff auf deine Wallet. Die Gefahr beginnt, wenn du damit interagierst: eine Website besuchst, auf die er verweist, deine Wallet verbindest, eine Genehmigung signierst oder versuchst, ihn zu verkaufen oder zu tauschen. Am sichersten ist es, unbekannte Tokens zu ignorieren und sie in deiner Wallet-App auszublenden.
Woran erkenne ich, ob ein Airdrop echt ist?
Prüfe die offizielle Website des Projekts und seine verifizierten Social-Media-Konten, indem du die Adresse selbst eintippst, statt auf Links zu klicken. Echte Airdrops werden über offizielle Kanäle angekündigt, meist über die Hauptseite des Projekts abgerufen und verlangen nie deine Seed-Phrase oder eine Zahlung, um Tokens freizuschalten.
Was soll ich tun, wenn ich eine Transaktion eines gefälschten Airdrops signiert habe?
Handle schnell. Widerrufe mit einem seriösen Genehmigungs-Checker alle erteilten Berechtigungen, verschiebe verbleibendes Guthaben in eine neue Wallet mit neuer Seed-Phrase, wenn du nicht sicher bist, was du signiert hast, und gib deine Seed-Phrase niemals irgendwo ein. Melde die Website anschließend der Plattform, auf der du sie gefunden hast.
Warum sollte mir ein Betrüger kostenlose Tokens schicken?
Die Tokens sind ein Köder. Ihre Namen enthalten oft eine Webadresse oder eine Nachricht über das Abholen einer Belohnung. Wenn du die Seite besuchst, um sie abzuholen oder zu verkaufen, sollst du deine Wallet verbinden und eine Transaktion signieren, die dem Betrüger erlaubt, deine echten Vermögenswerte zu bewegen.
